Truppenübungsplatz gewaltfrei besetzt - Militärbetrieb gestört
GÜZ- Gefechtsübungszentrum in der Altmark
On-line gesetzt am 25. August 2014
zuletzt geändert am 15. Dezember 2014
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19 .8.14 Um 5 vor 12 Uhr hat die Gewaltfreie Aktionsgruppe GÜZ abschaffen die Grenze des Truppenübungsplatzes Altmark bei Hillersleben übertreten.

Es war gar nicht so schwer: Obwohl sich die Aktiven intensiv auf eine Begegnung mit Wachleuten, Polizisten oder sogar Feldjägern vorbereitet hatten, hat niemand bemerkt, wie die gewaltfreien AktivistInnen die Grenze zum GÜZ überschritten.
So konnte die Gruppe von ca. 50 Mitgliedern gemeinsam zwei Kilometer in das Militärgelände hinein gehen. Auf einem von Pappeln und Heide geprägten Platz haben sie begonnen ihre Zelte aufzustellen. Die Gewaltfreie Aktion befindet sich jetzt ca 2,4 km nördlich von Hillersleben auf dem Truppenübungsplatz.

Mit sichtlich guter Laune begannen TeilnehmerInnen, sich auf dem Truppen- übungsplatz einzurichten. Transparente werden von Baum zu Baum gespannt und zeigen die Forderung der Platzbesetzer:

’Kriegsvorbereitung beenden - Gefechtsübungszentrum schließen’.

Der Platz, auf dem die Zelte aufgestellt worden sind, befindet sich im Siedlungsgebiet des ehemaligen Ortes Paxförde. „Diesen Namen, der das lateinische Wort für Frieden beinhaltet, weist auf die Zielrichtung unserer Besetzung hin: Die Förderung des Friedens. Wo das Militär in seiner Aktivität eingeschränkt wird, eröffnen sich Möglichkeiten der friedlichen Konfliktbearbeitung“ - so Pressesprecher Jan Stehn.

Die Aktionsgruppe weist auch darauf hin, dass gerade dieses Gebiet seit langem zurück in die zivile Nutzung überführt werden sollte. Mit dem sogenannten „Heidekompromiss“ von 1997 wurde der erneuten militärischen Nutzung der Heide nach Abzug der GUS-Streitkräfte der Weg bereitet, aber der südliche Teil sollte 2006 der militärischen Nutzung entzogen werden. U.a. um mit dieser damals zugesagten Entmilitarisierung des Südteils endlich zu beginnen, führt die Aktionsgruppe die mehrtägige Besetzung durch.

Erste erfolgreiche Besetzung - wir machen weiter

Sechs Stunden waren wir mit ca. 50 TeilnehmerInnen von 16 bis 65 Jahren gestern auf dem Truppenübungsplatz Altmark. Sogar Teilnehmer einer antimilitaristischen Gruppe aus Finnland war mit dabei.
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Eine kleine Aktion mit großer Wirkung in den Medien:* In den regionalen Medien, deren Berichterstattung anfangs geprägt war von Befürchtungen gegenüber mit dem War-Starts-Here-Camp, wird nun sichtbar, wie vielfältig und kreativ Widerstand gegen das Militär sein kann. Unter dem Motto ’wir widmen diesen Platz um’ bot die Hebamme Katja Tempel auf dem von uns besetzten Platz Vorsorgeuntersuchungen für Schwangere und Beratung zum Stillen und Baby-Ernährung an - die lokale Volksstimme berichtete auf der ersten Seite darüber: "Nicht Töten üben, sondern Leben schenken ist notwendig." Und in überregionalen Medien wird das Gefechtsübungszentrum der Bundeswehr bekannt gemacht - sogar lokale Radios aus München rufen hier für Interviews an.

Mit der durch Wegtragen und Personalienfeststellung durchgeführten polizeilichen Räumung am Ende des Tages ist für uns die Aktionkeineswegs zu Ende. Heute steht ein steht ein neuer Ort, noch weiter im Zentrum des Militärplatzes gelegen, auf dem Programm.
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Wenn ihr die umfangreiche Aktionsvorbereitung finanziell unterstützen wollt, freuen wir uns über ein Spende an
Gewaltfreie Aktion GÜZ abschaffen
IBAN: DE 09 4306 0967 2029 8115 01 BIC: GENODEM1GLS (GLS Gemeinschaftsbank)

Pressemeldung Samstag, 23.08.2014

Aller guten Dinge sind drei: Entschlossenheit, Kreativität, Gewaltfreiheit
Höhepunkt der Besetzungstage der Gewaltfreien Aktion GÜZ abschaffen

Zum dritten Mal in der Campwoche des War-starts-here-Camps konnte eine Gruppe von 60 Mitgliedern der gewaltfreien Aktionsgruppe den Militärbetrieb auf dem Truppenübungsplatz Altmark stören.

Um 8.00 Uhr überschritten sie die Grenze des militärischen Sicherheitsbereiches in der Nähe von Born bei Haldensleben. In einem bunten Zug wanderten sie in das Truppenübungsplatzgelände hinein, begleitet von der Polizei, die sie jedoch nicht aufhalten konnte. "Wir haben unser Kreativlager auf einer wunderschönen Heidefläche aufgeschlagen" berichtet Jan Stehn, der Pressesprecher der Gruppe.

Mit verschiedenen Aktivitäten setzten sie Zeichen des Lebens auf dem Militärgelände: Friedenslieder erklangen, und unter dem Motto "Flöten üben statt Töten üben" wurden Blockflötenunterricht erteilt. Die mobile Hebammenpraxis von Katja Tempel und die Änderungsschneiderei von Claudia Schwarz wurden erneut eröffnet.

Einige Clowns der Clownsarmee begleiteten die Gruppe und überzogen alles, was sich ihnen in den Weg stellte, mit flapsiger Lebensfreude: "Als Mitglieder der Armee bestehen wir auf unserem Recht; in Schnöggersburg eine Runde mit der einzigen U-Bahn in Sachsen Anhalt zu fahren." erläuterten sie.

Bericht aus dem JUNEPA-Netzwerk:

http://junepa.blogsport.eu/2014/08/28/krieg-beginnt-hier-guez-mehrfach-besetzt/
Fotos http://www.gewaltfreie-aktion-guez-abschaffen.de/pressebilder/

Zwei Minuten langes Video:

http://www.mdr.de/nachrichten/demonstranten-auf-truppenuebungsplatz-colbitz100_zc-e9a9d57e_zs-6c4417e7.html

Dazu auch als Hintegrund:

Malte Fröhlich vor dem Amtsgericht Bonn am 19.11.2014 in der Bußgeldsache wegen Betretens des Truppenübungsplatzes in der Colbitz-Letzlinger Heide am 04.08.2013

http://divergences2.divergences.be/spip.php?article1050

P.S. :

Aktionskonsens

Wir werden das Gelände des Truppenübungsplatzes betreten und uns dort niederlassen. Unsere gewaltfreie Besetzung ist ein Akt Zivilen Ungehorsams. Gesetze, die dazu dienen, den ungestörten Ablauf des Tötungstrainings zu gewährleisten, werden wir bewusst nicht beachten. Durch Verbote und juristische Verfolgung lassen wir uns nicht abschrecken.

Wir streiten für das Leben und eine lebenswerte Zukunft. Daran orientiert sich auch unser Handeln. Wir werden keinen Menschen bedrohen oder verletzen. Wir zeigen Gesicht und begegnen allen Menschen mit Aufrichtigkeit, Respekt und Gesprächsbereitschaft. SoldatInnen, Wachdienst und Polizei sind als Menschen nicht unsere GegnerInnen, auch wenn wir ihr Handeln und ihre Rolle kritisieren. Durch unser Verhalten werden wir dies zum Ausdruck bringen.

Entscheidungen treffen wir nach dem Konsensprinzip. Wir sprechen uns gut ab, kennen unsere Ängste und Grenzen und achten aufeinander. Wir gestalten unsere Aktion so überschaubar, wie möglich und schaffen für alle Beiligten gute Bedingungen für ein sebstbestimmtes Handeln. Wir werden gewaltfrei und entschlossen das Gelände des GÜZ beleben.

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